26. Februar 2021  00:00

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Comeback der analogen Fotografie

Der Essener Lukas Plien fotografiert analog. Doch was reizt ihn eigentlich daran? Und warum fotografiert er nicht digital?

Von Lynn Gandhi

WĂ€hrend ĂŒberall die Digitalisierung unaufhaltsam auf dem Vormarsch ist, besinnen sich gerade junge Menschen wieder auf eine alte Technik: Analog-Fotografie findet auch im Ruhrgebiet immer mehr AnhĂ€nger. Dazu gehört auch Lukas Plien aus Essen, er fotografiert zum Beispiel das Welterbe Zollverein oder die alten IndustriegelĂ€nde.

Seit wann fotografierst du analog?

Lukas Plien: Ich habe schon vorher viel fotografiert und gefilmt, natĂŒrlich digital. Durch mein Studium bin ich dann an die analoge Fotografie gekommen und fotografiere seitdem kaum noch digital.

Was war deine erste Kamera? Woher hattest du diese?

Lukas Plien: Meine erste analoge Kamera, abgesehen von denen, die ich als Kind hatte, war eine Canon AE1 Program. Meine Mutter hat damals eine Ausbildung zur Fotografin gemacht, sodass ich praktischerweise ihr Equipment ĂŒbernehmen konnte.

Warum analog? Was ist daran besser als an an digitaler Fotografie?

Lukas Plien: Was heißt besser, es hat einen anderen Reiz. Es macht einfach Spaß sich mit alten Kameras und der unglaublichen Breite an Filmen zu beschĂ€ftigen. Außerdem kommt es mir so vor, als wĂ€re ein analoges Foto mehr wert, da man sich mehr Gedanken macht und nicht, zumindest nicht so hĂ€ufig, willkĂŒrlich draufhĂ€lt und abdrĂŒckt.

Wo fotografierst du am liebsten?

Lukas Plien: Ich habe nicht den einen Lieblingsort, das wĂŒrde wahrscheinlich auch schnell langweilig werden. Es ist natĂŒrlich auch sehr stimmungsabhĂ€ngig, mal hab ich Lust auf Schwarz-Weiß-Fotos eines „roughen“ IndustriegelĂ€ndes, mal mehr auf Farbfotos von sonnigen Landschaften, grĂŒnen Wiesen oder blauem Himmel.

Gibt es in Essen ĂŒberhaupt schöne Motive? Wenn ja, welche?

Lukas Plien: Das Ruhrgebiet ist ja, ebenso wie Essen, sehr vielseitig. Es gibt Ecken im Essener SĂŒden oder in MĂŒhlheim, die nicht den Anschein erwecken mitten im Ruhrgebiet zu liegen. Es gibt aber auch, wie oben schon angesprochen, dreckige IndustriegelĂ€nde, alte Zechen, die natĂŒrlich auch ihren Charme haben. Schönheit liegt natĂŒrlich immer im Auge des Betrachters.

Was magst du am meisten an der Analogfotografie im Ruhrgebiet?

Lukas Plien:Ich denke die Vielfalt der Motive.

Hast du das GefĂŒhl, dass wieder mehr junge Leute analog fotografieren?

Lukas Plien: Definitiv, davon kann ja auch ich mich nicht freimachen. Seit ein paar Jahren scheint es wieder ein gewisser Trend zu sein. Vielleicht ist es aber auch die Bubble, in der ich mich bewege. Die meisten meiner Bekannten, die fotografieren, fotografieren analog.

Was glaubst du woran das liegt?

Lukas Plien: Abgesehen davon, dass es eine Art Trend zu sein scheint, hat vermutlich jede/r seine/ihre eigenen BeweggrĂŒnde. Viele Leute in meinem Alter sind damit aufgewachsen, Urlaubsfotos aus Kindertagen waren immer analog, genau so wie die erste eigene Kamera. Vielleicht ist es einfach interessant sich damit nochmal zu befassen. Außerdem ist ein analoges Foto wie oben bereits gesagt irgendwie mehr wert. Du freust dich auf die neuen Fotos, wenn du einen Film zur Entwicklung abgibst. Du guckst dir die Fotos anders und wahrscheinlich auf hĂ€ufiger an. Digitale Fotos hingegen landen auf irgendeiner Festplatte und „verstauben“, jedenfalls ist es bei mir so.



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Im Seminar "Ressort Lokales" an der WestfÀlischen Hochschule Gelsenkirchen haben Studierende in Kooperation mit der WAZ Gelsenkirchen Artikel zu verschiedenen, selbstgewÀhlten Themen geschrieben. Diese werden hier und auch in der WAZ Gelsenkirchen veröffentlicht.

Lukas Plien fotografiert seit fĂŒnf Jahren analog.

Zeche Zollverein analog fotografiert von Lukas Plien.

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