03. Februar 2021  00:00

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Studium und Minijob

Student zu sein bedeutet fĂŒr viele neben dem Studium einen Minijob anzunehmen. Wenn man alleine lebt, fallen viele Kosten an, die mit einem Nebenjob gedeckt werden können. Kleines Geld, das gerade mal ausreicht.

Von Aylin Jezfeld

Erfreuliche Nachricht fĂŒr Annica Scheper: Nach dreimonatiger Suche hat sie einen zurzeit raren Minijob ergattert. Das war, wie die 22-JĂ€hrige erzĂ€hlt, gar nicht so einfach. Sie hat auf Portalen wie Indeed, StepStone, Google for Jobs und eBay Kleinanzeigen gesucht. Annica hört sich um und schreibt Firmen direkt an. Hauptberuflich studiert sie Journalismus und PR an der WestfĂ€lischen Hochschule in Gelsenkirchen.

Nach dem erfreulichen Jobangebot arbeitet sie jetzt drei Stunden tĂ€glich in einer Post- und Lotto Filiale in Gelsenkirchen. Den Job hat sie schließlich ĂŒber eBay gefunden. „Meine Arbeit ist nah und persönlich, die TĂ€tigkeiten sind unkompliziert und die Zeiten haben super gepasst“. An ihrem ersten Arbeitstag wurde sie Corona konform eingearbeitet. Mit Maske und Sicherheitsabstand war das etwas kompliziert, aber auch das konnte sie meistern. Sie ĂŒbernimmt viel Verantwortung und ist zustĂ€ndig fĂŒr die Post, den Lotto und Tabakwarenverkauf. Sowie Pakete sortieren und ausgeben. Am Ende ihrer Schicht zĂ€hlt sie die Kasse und schließt das GeschĂ€ft ab.

Auch wenn Annica ihr Job gut gefĂ€llt, ist es eine große Herausforderung, neben dem Studium zu arbeiten. Die Vorlesungen erfordern zusĂ€tzlich Arbeit zu Hause. „Ich habe aktuell vormittags Uni, nachmittags Arbeit. Die Bearbeitung der Vorlesungen ist nur spĂ€t abends oder am Wochenende möglich“. Dennoch schafft die 22-JĂ€hrige, Studium und Nebenjob in ihren Alltag zu integrieren.

Lukas findet durch Zufall einen Minijob

Lukas BrĂŒckner studiert auch an der WestfĂ€lischen Hochschule Journalismus und PR. Der 27-JĂ€hrige hat schon viele Erfahrungen mit Minijobs.

Lukas hat auf einer Baustelle gearbeitet, Flaschen ausgeliefert oder auch den ganzen Tag Zahlen in einen Computer getippt. Durch Zufall hat er bei der Asta Jobbörse eine geeignete Arbeit gefunden. Als Pförtner ĂŒbernimmt er die Nacht und Wochenendschichten im Haus Heege. Da seine Schichten gĂŒnstig liegen, muss sein Studium dadurch nicht leiden. Ihm war wichtig, dass sich beides vereinbaren lĂ€sst. Er hat GlĂŒck: Wenn nicht viel los ist, nutzt er die Zeit, um fĂŒr sein Studium zu lernen. „Das war fĂŒr mich der ausschlaggebende Grund, warum ich mich fĂŒr den Job entschieden habe“. Lukas schĂ€tzt es sehr, dass sein Arbeitgeber ihn unterstĂŒtzt. „Mein Chef hat mir nach Absprache den kompletten Dezember freigegeben, obwohl ich erst im November angefangen habe“.

Sobald sich eine Möglichkeit ergibt, möchte Lukas unbedingt einen Job annehmen, der nah an seinem Studium liegt. Um weitere Erfahrungen im Bereich Journalismus und PR zu sammeln. Aber im Moment ist er mit seinem Minijob zufrieden.

Die Herausforderung, Nebenjob und Studium in Balance zu halten, ist eine Aufgabe, die Annica und Lukas stemmen. Die zwei sind froh darĂŒber, dass sie den Anforderungen gerecht werden können und am Ende des Tages das Plus auf dem Konto haben.

Minijob-Zentrale als Anlaufstelle

Den richtigen Job zu finden ist nicht einfach. Wo fange ich an zu suchen, ist die erste Frage, die man sich stellt. Eine Anlaufstelle wĂ€re die Minijob-Zentrale. Sie ist die deutschlandweit zustĂ€ndige Einzugs- und Meldestelle fĂŒr alle geringfĂŒgigen BeschĂ€ftigungen. Die Zentrale bieten eine kostenlose Plattform zum Suchen und Anbieten. Auf ihrer Internetseite klĂ€ren sie alle Fragen um das Thema beispielsweise: Was ist ein Minijob.

Ein Minijob ist eine geringfĂŒgige BeschĂ€ftigung, es gibt zwei Arten. Zum einen der 450-Euro-Minijob, zum anderen die kurzfristige BeschĂ€ftigung. Bei letzterer Form ist eine Zeitgrenze von drei Monaten einzuhalten. Unter der Internetseite www.minijob-zentrale.de werden alle Fragen rund um das Thema beantwortet.

Einen Job beim AStA finden

Der AStA der WestfĂ€lischen Hochschule hat eine Jobbörse und bietet sowohl online unter jobs.asta-wh.de als auch vor Ort eine große Pinnwand fĂŒr Jobs zur VerfĂŒgung. In Frage kommt jede TĂ€tigkeit, womit Studierende sich eine schmale Mark verdienen können, aber auch lĂ€ngerfristige Jobs zur Festanstellung. Die Jobs werden von Mitarbeitern geprĂŒft und aktiv freigeschaltet, um auf der Website angezeigt zu werden. Nach drei Monaten werden die AushĂ€nge automatisch deaktiviert, können aber jeder Zeit neu eingereicht werden.

Die Auswirkungen der Corona- Pandemie auf Minijobs

„Die Corona-Pandemie hat auch Auswirkungen auf Minijobs“, so Heike Schmidt von der Minijobzentrale. FĂŒr den Standort Gelsenkirchen gibt es vom 31 MĂ€rz bis 30 September 16.105 geringfĂŒgig entlohnte BeschĂ€ftigte in der Altersklasse 19 bis 34. Im Zeitraum 31 MĂ€rz bis 30 Juni sind 1284 Minijobs weggebrochen. Bis zum September gibt es wieder einen leichten Anstieg um 250 Minijobber.



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Im Seminar "Ressort Lokales" an der WestfÀlischen Hochschule Gelsenkirchen haben Studierende in Kooperation mit der WAZ Gelsenkirchen Artikel zu verschiedenen, selbstgewÀhlten Themen geschrieben. Diese werden hier und auch in der WAZ Gelsenkirchen veröffentlicht.

Lukas BrĂŒckner lernt in seinen freien Stunden auf der Arbeit.

Annica (22) wÀhrend der Arbeit in der Post- und Lottofiliale.

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