21. November 2019  00:00

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Prokrastination im Studium

„Aufschieberitis“ – Wenn aufrĂ€umen wichtiger als lernen ist

Ach, das kann ich auch morgen noch machen; Ich erledige vorher doch lieber noch die andere Sache; darauf habe ich gerade keine Lust. Das dachten sich sicher schon einige Menschen, wenn es darum ging, etwas zu erledigen. Was aber, wenn man solche Gedanken vor jeder anstehenden Aufgabe hat? Prokrastination, oder auch „extremes Aufschieben“, betrifft viele Menschen, vor allem auch Studenten. Ob es sich nur um eine Hausaufgabe handelt oder das Lernen fĂŒr eine Klausur – eine Ausrede etwas anderes tun zu können, ist immer willkommen.

Von Romy SchÀchtel

Die Studentin Felicitas ist eine von den Menschen, die ihren Aufgaben gerne aus dem Weg geht – und das schon seit der Grundschule. Sie studiert Journalismus und Public Relations an der WestfĂ€lischen Hochschule. Bisher hat sie wĂ€hrend ihres Studiums die meisten ihrer Abgaben und Klausurvorbereitungen auf den letzten DrĂŒcker erledigt. "Ich will das gar nicht machen. Es passiert einfach", erklĂ€rt Felicitas ihren Grund fĂŒrs Prokrastinieren, „aber die logische Schlussfolgerung wĂ€re, dass ich mich vor meinen Aufgaben drĂŒcken möchte, weil ich nicht motiviert bin."

Manche Menschen schieben Dinge auf, weil sie VersagensĂ€ngste oder Angst vor Kritik haben. Andere hingegen arbeiten schlichtweg besser unter Druck. Dazu gehört auch Felicitas. Sie braucht den Zeitdruck, um effektiver arbeiten zu können. Besonders großartig findet sie das allerdings nicht. "In dem Moment, indem ich prokrastiniere, fĂŒhle ich mich gut. Ich suche mir immer Ausreden, warum es ausgerechnet jetzt wichtiger ist, dass ich zum Beispiel aufrĂ€ume, statt meine Aufgabe zu erledigen. Aber wenn ich mich dann dransetze und sehe wie wenig Zeit ich habe, fĂŒhle ich mich schlecht", gesteht die 19-jĂ€hrige.

Das Problem des Aufschiebens verfolgt sie sogar außerhalb des Studiums: So sind schon mal AufrĂ€umen und ein Serienmarathon wichtiger gewesen, als eine E-Mail an den Chef zu schreiben.

Bisher ist sie ganz gut damit durchgekommen. Einige Patzer sind aber trotzdem passiert: "Einmal, als ich eine Aufgabe zu spĂ€t angefangen habe und nicht rechtzeitig fertig geworden bin, musste ich sie eine Stunde nach Abgabeende abschicken. DafĂŒr wurden mir dann auch Punkte abgezogen", erinnert sich die Studentin.

Im Internet lassen sich heutzutage viele Tipps finden, die gegen das Prokrastinieren helfen sollen. Wer einen Schritt weitergehen möchte, kann auch Seminare besuchen, um zu lernen mit dem Problem umzugehen. Wer also auch von der sogenannten „Aufschieberitis“ betroffen ist, kann sich auf unterschiedlichen Wegen Hilfe holen. Auch Felicitas‘ eigene Hochschule bietet Seminare fĂŒr ein besseres Selbstmanagement an.

Allerdings wird sie erstmal weiterhin mit ihrer bisherigen Strategie fahren: "Ich weiß, dass es eigentlich eine blöde Idee ist, aber da das noch nie schrecklich schiefgegangen ist, werde ich wahrscheinlich nicht damit aufhören."



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"Jede Ausrede zum Aufschieben ist Wilkommen - selbst WÀsche waschen." Fotocredit: Romy SchÀchtel

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