22. Dezember 2016  00:00

Kommentieren

Lehrermangel

Den Grundschulen gehen die MĂ€nner aus

Nur rund 9% mĂ€nnliche Lehrer unterrichteten 2015 an den Grundschulen in NRW. Dies teilte das statistische Landesamt Ende 2016 mit und ließ so Bildungsforscher, Eltern und Medien aufschreien. Doch wo ist das Problem? Was haben MĂ€nner an Grundschulen ĂŒberhaupt zu suchen?

Von Ellen Jost

FĂŒr Bastelunterricht und das Vermitteln des kleinen Einmaleins sind sie doch eindeutig ĂŒberqualifiziert.

Auch der geringe Anteil an mÀnnlichen Erziehern (4%) im Kindergarten lÀsst die Bevölkerung erschrecken.

Es ist doch aber so, dass MĂ€nner die Basteltanten in der Kita nur beim LĂ€stern und Kaffee trinken stören. Außerdem sehen MĂ€nner in Sandalen der Firma Birkenstock doch echt doof aus. Erziehung ist und sollte Frauensache bleiben.

Die Diskussion darĂŒber, dass es innerhalb der ersten zehn Lebensjahre fĂŒr Jungen immens wichtig ist, auch neben dem Vater ein weiteres mĂ€nnliches Vorbild zu Orientierungszwecken zu haben, ist doch nun wirklich hinterweltlich.

Emphatische weibliche PĂ€dagoginnen können ein Rollenbild vermitteln, das fĂŒr Harmonie, Frieden und Einklang steht. MĂ€nner sind hingegen lediglich in der Lage dazu, Kompetenzen wie (Zu-)Schlagfertigkeit und emotionale Distanz didaktisch zu vermitteln.

Die Verweiblichung der Lehrerschaft an Grundschulen ist positiv. Beim Sexualunterricht mĂŒssen sich die Jungen der vierten Klasse eben zusammenreißen und ihre geschlechtsspezifischen Fragen der alten Frau Liesbach-Koch stellen.

Außerdem sind MĂ€nner ja mal gar nicht geduldig und fĂŒr die Grundschule damit gĂ€nzlich ungeeignet.

Frauen passen da besser. Vormittags können sie den Kindern in der Schule das ABC beibringen und nachmittags ihre eigenen Kids beaufsichtigen. Sie lieben es doch ohnehin sich um die Erziehung zu kĂŒmmern.

Davon abgesehen ist die Arbeit in der Primarstufe fĂŒr mĂ€nnliche PĂ€dagogen intellektuell auch ĂŒberhaupt nicht anspruchsvoll. MĂ€nner sollten, wenn ĂŒberhaupt, als Sportlehrer oder als Hausmeister an die Grundschulen kommen. Und den Muttis, Ă€h Lehrerinnen, das Betreuen und das bisschen Lesen ĂŒben ĂŒberlassen.

In Gelsenkirchen liegt der Anteil der mÀnnlichen Lehrer unter dem Durchschnitt, bei nur 8%. Das ist vorbildlich.

Den zukĂŒnftigen Studenten kann man nur sagen: „Wenn ihr vor der Wahl eines Lehramtsstudium steht, seid ruhig weiterhin der Meinung, die Grundschule sei nur fĂŒr Frauen oder fĂŒr Warmduscher, die gerne im Sitzkreis Lieder singen, Milchgeld einsammeln und Fegedienst verteilen. Ihr habt Recht.“



Bisherige Kommentare

Dieser Beitrag wurde bislang nicht kommentiert.



Artikel kommentieren

Ihr Name? (erforderlich)


Ihre E-Mail-Adresse? (erforderlich, wird nicht veröffentlicht)


Ihr Kommentar?



 
 

InfoBox

Der Anteil der mÀnnlicher Grundschullehrer sinkt seit 1970 kontinuierlich.

Hier gehtÂŽs zu den amtlichen Schuldaten