16. Dezember 2016  00:00

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NEUE dancin' LounGE

Marietta und die Windelrocker

Vormittags arbeitet Marietta Kieslich in einem Kindergarten in Buer als Erzieherin. Nachmittags legt sie Beobachtungsbögen aus und nimmt die Klinke der „NEUEN dancin´ lounGE" in die Hand. Dort bringt sie den ganz kleinen Buranern das Tanzen bei. Warum sie ihre Heimatstadt liebt und Tanzshows wie „Let´s Dance" doof findet, hat sie im buerpott-Gespräch erklärt:

Von Ellen Jost

:: Wann bist du mit dem Tanzen angefangen? ::

Ich tanze schon seit ich fünf Jahre alt bin. Abgesehen von dem Tanzen zu Hause, vor dem Spiegel, habe ich fast alle Sparten durch. Von Volkstanz, über Eiskunstlauf, bis hin zum “Dance for Fans“, Cheerleaden und Standard. Zur Zeit tanze ich aktiv West Coast Swing, was hier in Deutschland leider noch nicht so bekannt ist. Das ist eine Art Swing, aber viel cooler, weil man es auf aktuelle Charts tanzen kann. Alles mit 4/4 Takt.

Da ich neben dem Tanzen auch den Sport sehr liebe, war es für mich keine Frage auch den Zumba® Instructor zu machen. Die Mischung aus Sport und Tanzen zu lateinamerikanischen Rhytmen ist einfach top.

 

:: Was bedeutet das Tanzen fĂĽr dich? ::

Ich bin generell ein Mensch, der seine Gefühle komplett von Musik beeinflussen und steuern lässt. Deshalb ist das Tanzen für mich nicht nur Sport, sondern auch ein Ausdruck von Gefühlen. Es ist einfach schön, sich tragen und leiten zu lassen. Beim Zumba® ist das etwas anderes. Da wird man zwar auch mitgezogen, aber eher aufgepusht. Das ist für mich absolutes Abschalten, Sport eben.

 

:: Zu welcher Musik tanzt du gerne? ::

Genau kann ich das nicht sagen, weil ich irgendwie jede Art von Musik schön finde. Ich verbinde mit vielen Musikstücken einfach auch Situationen oder Zeiten, an die ich mich gerne zurück erinnere.

 

:: In der „Neuen dancin´ lounGE“ bist du für die Ausbildung der Windelrocker und MiniMonster, wie ihr die Kurse für die Kinder bezeichnet, zuständig. Was ist das Besondere beim Tanzen mit Kindern? ::

Im Prinzip ist Tanzen mit Kindern nicht viel anders als mit Erwachsenen. Nur ist es vielleicht ein bisschen durcheinanderer und wuseliger. Es macht einfach Spaß zu sehen, wie viel Freude die Kinder dabei haben, sich zu bewegen, zu rennen, zu hüpfen und auch mitzusingen. Wenn sie auftreten dürfen und auf der großen Bühne stehen, dann sieht man erst, wie angespannt sie sind und wie ängstlich. Doch dann, wenn alles vorbei ist, sieht man die Augen strahlen und die, voll Stolz geschwollene Brust. Das ist unbeschreiblich schön, diese Entwicklungsschritte zu sehen. 

 

:: Welche Fähigkeiten muss man als Tanzlehrerin mitbringen? ::

Ich glaube man muss einfach Spaß am Tanzen haben und natürlich auch den Umgang mit Menschen mögen, schließlich sind das unsere „Hauptarbeits-Instrumente“ (lächelt)

Jemand der vorher schon getanzt hat, hat es vielleicht etwas leichter in der Ausbildung, aber vom Prinzip könnte auch jemand, der ganz neu in dem Thema ist, einsteigen.

 

:: Seit wann lebst du in Gelsenkirchen-Buer? ::

Eigentlich lebe ich seit meiner Geburt in Gelsenkirchen- Hassel und bin auch dort und in Buer meinen Hobbies nach gegangen. Seit dreieinhalb Jahren wohne ich mit meinem Verlobten in Buer zusammen.Zwischenzeitlich habe ich in Herten und in Bochum, wegen des Studiums gewohnt. Doch dann zog es mich auf Grund der Liebe wieder nach Buer. Die Bueraner bestehen übrigens darauf, dass Buer nicht zu Gelsenkirchen gehört (grinst)

  

:: Was ist das Besondere an deiner Heimatstadt? ::

Das kann ich so gar nicht sagen. Man ist halt dort aufgewachsen. Viele denken, Gelsenkirchen sei hässlich, doch die Stadt hat auch schöne Seiten, wie die Halden, Schloss Berge oder auch den Nordsternpark. Buer hat eben diesen Ruhrgebietscharme und das ist es, was mir gefällt. Ich hab ja schon erwähnt, dass Buer eben auch nicht zu Gelsenkirchen gehört. Es ist eben doch irgendwie der schönere Teil.

  

:: Also lebst du gerne hier? ::

Da wo ich zurzeit wohne, fühle ich mich sehr wohl. Mein Verlobter und Ich haben unsere Wohnung sehr zentral gelegen und können beide zur Arbeit laufen. Auch die Menschen in Buer und näherer Umgebung sind sehr nett und freundlich. Das gefällt uns. Außerdem ist Buer noch wie ein kleines Dorf. Irgendwie kennt da doch jeder jeden, was allerdings auch nicht immer von Vorteil ist (lacht).

 

:: Du arbeitest neben dem Tanzen als Erzieherin. War dir schon immer klar, dass du mal mit Kindern arbeiten möchtest? ::

Nein, gar nicht. Ich wollte immer was mit Mathe oder Chemie machen, meine Leistungskurse am Leibniz-Gymnasium.

Ich habe dann ein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht und beschlossen, etwas Soziales tun zu wollen. Dann hab ich Mathe auf Lehramt studiert, was mich leider nicht erfüllte. Da beschloss ich die Ausbildung zur Erzieherin zu machen. Darauf möchte ich jetzt noch aufbauen, vielleicht mit einem Tanzpädagogik-Studium oder die Ausbildung zur Motopädin.

 

:: Ist es schwer den Berufsalltag als Erzieherin mit dem Tanzen im Tanzstudio zu kombinieren? :: 

Wenn die Energie reicht, ist es eigentlich nicht schwer die Tätigkeit als Erzieher mit der Tanzschule zu kombinieren. Im Gegenteil, weil ich in meinen Kinderkursen viel aus meinem Hauptberuf anwenden kann oder eben auch andersrum viele Erfahrungen mitnehmen.Nervig ist manchmal nur, dass ich tatsächlich fast jeden Tag hier im Tanzstudio bin, weil ich entweder Kurse gebe oder selber welche habe.

 

:: Hast du eine Meinung zu den Tanzshows, die immer häufiger im TV laufen? ::

Ich finde diese Tanzshows absolut doof. Sie vermitteln den Menschen ein total falsches Bild vom Tanzen. Klar sieht das meistens hĂĽbsch aus, aber das hat nichts mehr mit den Grundschritten zu tun, was die da fabrizieren. Das sind reine Showelemente, die aneinander gereiht werden, um den Zuschauern eine Show zu bieten. Das hat aber nichts mit dem klassischen Tanzunterricht zu tun.

 

:: Kann sich jeder bei eurem Tanzstudio anmelden oder muss man Vorkenntnisse mitbringen? ::

Zu uns kann jeder kommen, der Tanzen lernen möchte. Vorkenntnisse sind nicht nötig, man kommt ja, um es zu lernen. Auch Rythmusgefühl ist nicht das Wichtigste, sondern der Spaß an der Sache. Man wächst mit den Leuten zusammen und fühlt sich irgendwann wie eine kleine Familie.



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Verlobt: (v.li.) Stephan van der Veen und Marietta Kieslich (Foto: Privat)