29. November 2016  00:00

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Kanu Wandersport

Paddeln – Sport mit Abwechslung

Wasser, Natur und Boote. Das ist die Welt von Malte Sowa (17). Er ist Kanute und verbringt einen groĂźen Teil seiner Freizeit auf dem Wasser. Wie bekommt er da noch Arbeit und Freizeit unter einen Hut?

Von Carina Kölzow

Vor fünf Jahren hat alles angefangen. „Das Interesse für Wassersport war schon immer da“, so Malte. Durch seinen Nachbar sei er zum Kanusport gekommen. „Damals aber ohne große Erfahrungen.“

Auch heute ist Malte noch aktiv dabei.

Buerpott trifft den Gelsenkirchener nach einer Versammlung. So etwas gehört zu seinen Aufgaben, denn seit zwei Jahren ist er als Jugendsprecher tätig. Gemeinsam mit zwei anderen Jugendlichen aus seinem Verein, dem Gelsenkirchener Kanu Club (GKC), kümmert sich Malte um die Jugendabteilung, organisiert Jugendveranstaltungen und plant Touren.

Zuletzt hat Malte ein Event mit teamfördernden Spielen organisiert, da die Jugend des GKC stark angewachsen sei. „Wir mussten sogar zeitweise einen Aufnahmestopp verhängen“ sagt er und lacht. Die ehrenamtliche Arbeit scheint ihm großen Spaß zu machen, denn er ist sicher: „Ich mache das auf jeden Fall noch ein Jahr weiter."

Im Februar wird der 1,80 Meter große Brillenträger achtzehn und hat schon weitere Pläne zur ehrenamtlichen Arbeit: „Nächstes Jahr übernehme ich das Kindertraining“, erzählt er.

:: Vielseitiges Training ::

Wettkämpfe spielen beim GKC keine Rolle. Der Hauptfokus liegt bei dem Verein auf dem Wandersport. „Das ist im weitesten Sinne das Streckenfahren“, erklärt Malte. Das Training sei aber dennoch abwechslungsreich. „Im Sommer nutzen wir regelmäßig die Kanu-Polo-Einheit des Bezirks“, sagt Malte. Hier werden Mannschaften gebildet, die als Team mit einem Ball Tore treffen müssen. Und das natürlich alles auf dem Wasser und in Booten.

„Hin und wieder lernen wir auch ein bisschen Wildwasser kennen“, erzählt Malte weiter. Wildwasser fahren die Kanuten des GKC meist am Isenburger Schwall (Ruhr). Der Fokus liege hier besonders auf dem Kehrwasserfahren und dem Retten und Bergen. Als Kehrwasser bezeichnen Wassersportler den Bereich, in dem wenig bis gar keine Strömung herrscht. Beim Retten und Bergen wird trainiert, Kanuten in Not sicher aus der Strömung zu holen. Dazu wird ein sogenannter Wurfsack, ein Beutel mit einem Seil darin, genutzt. Und damit dieser auch sicher helfen kann, muss er ankommen und das gezielt.

Im Winter ändert sich das Training. „Wir haben in Scholven ein Lehrschwimmbecken zur Verfügung“, erklärt Malte. „Hier wird das Rollen geübt“. Für Nichtkanuten heißt das: Fällt ein Paddler mit seinem Boot um, kann er dieses durch die sogenannte Kenterrolle wieder nach oben drehen. Das erfordert Technik und muss trainiert werden. Eine Kenterrolle spart im Ernstfall Zeit und ist insbesondere im Wildwasser wichtig.

:: Zwischen Training und Privatleben ::

Maltes Lieblingsbeschäftigungen sind schnell aufgezählt: Fitnessstudio und Paddeln. Sein breites Kreuz zeigt den Trainingserfolg deutlich. Beides sei sehr zeitintensiv. „Daher habe ich auch keine anderen Hobbys.“

Die Freunde müssen bei Malte aber nicht zurückstecken. Obwohl er viel Zeit auf der Arbeit und im Verein verbringt, besteht sein Freundeskreis hauptsächlich aus Leuten, die weder mit dem Einen, noch mit dem Anderen etwas zu tun haben. „So kann ich alles gut voneinander abgrenzen.“

Zweimal die Woche trainieren die Kanuten des GKC. Zusätzlich stehen Touren an. Diese finden auf unterschiedlichen Gewässern statt. Lippe, Ruhr und Möhnesee sind nur einige Beispiele. Besonders gefalle ihm die Landschaft. „Eine Tour ist im Schnitt um die fünfzehn Kilometer lang.“ Das könne sehr zeitintensiv sein, da ja auch Hin- und Rückfahrt sowie Verladen der Boote organisiert werden müsse.

:: Familienfreundlicher Sport ::

Malte ist zuverlässig und kinderfreundlich. Gute Voraussetzungen, nicht nur für die Kinderarbeit im Verein. Er macht zurzeit eine Ausbildung zum Kinderpfleger. „Ich habe viel Spaß an der Arbeit mit Kindern und deshalb mache ich das“, sagt er.

Abschließend empfiehlt Malte allen Leuten, die Spaß am Wasser haben, das Paddeln mal zu probieren. „Wir bemühen uns im Moment, vermehrt Familien in den Verein zu bekommen.“



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InfoBox

Wer jetzt Lust bekommen hat, den Kanusport auszuprobieren, der kommt hier zur Website vom Gelsenkirchener Kanu Club (GKC).

Wer nicht aus Gelsenkirchen kommt, aber trotzdem mal Paddeln möchte, der sollte sich in der Vereinssuche vom Deutschen Kanu-Verband (DKV) umsehen.

Und wer sich allgemein über den Kanusport in NRW informieren möchte, der sollte hier vorbeischauen.

Malte beim Wildwasser-Training am Isenburger Schwall (Ruhr). Foto: Privat