23. November 2016  00:00

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Gelsenkirchener Autorin

In erster Linie schreibt sie fĂŒr sich selbst

TagsĂŒber hilft sie Professoren und Studenten im Informatikdekanat der WestfĂ€lischen Hochschule. Doch nach Feierabend wird Elke Schleich zur Autorin. Im August ist ihr neues Buch „Wir haben alles hingekriegt“ erschienen. Inspiriert wurde sie dabei von der Jugend ihrer Mutter.

Von Carole Tolksdorf

Es ist kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs. Gerti wird zum MilitĂ€rdienst einberufen. Die Gelsenkirchenerin muss ins ĂŒber 250 Kilometer weit entfernte Lehrte zur Flugabwehrkanone, um dort vom Boden aus Luftangriffe abzuwehren. Als der Krieg endet, will Gerti zurĂŒck in die Heimat. Zusammen mit einer Freundin geht sie in acht Tagen den Weg zu Fuß zurĂŒck nach Gelsenkirchen, stets mit der Angst im Hinterkopf, das Zuhause in Schutt und Asche vorzufinden. An dieser Stelle steigt Elke Schleich in ihrem Buch ein und begleitet die Figur Gerti bis zur FamiliengrĂŒndung. Gerti ist Schleichs Mutter. „Allerdings ist es keine Biografie“, betont die 63-JĂ€hrige, „vieles von ihr wurde natĂŒrlich im Buch verarbeitet, aber eben auch mit Fiktion aufgefĂŒllt.“ Nach diesem Prinzip ist das gesamte Werk gestrickt.

:: Von Tiergeschichten zum Liebesroman ::

Die Liebe zum Schreiben entdeckte Elke Schleich frĂŒh. Mit zehn Jahren fing sie an, kleine Geschichten ĂŒber Tiere in ein Heft zu schreiben. Als Jugendliche schickte sie Geschichten an verschiedene Pferdemagazine, die Schleichs Texte abdruckten. „Das waren so meine ersten Erfolge“, sagt Schleich mit einem Schmunzeln um die Lippen und zupft an den Ärmeln ihres hellblauen Pullis. Der ist mit seinen großen weißen Sternen fast ein wenig zu auffĂ€llig fĂŒr Schleich, die eher zurĂŒcknehmend und schlicht wirkt. Ein noch grĂ¶ĂŸerer persönlicher Erfolg war dann 1988 die Veröffentlichung ihres ersten Buches, einem Liebesroman. Dann kamen Beruf und das Leben dazwischen und Schleich fand immer weniger Zeit, ihrer Leidenschaft nachzugehen.

ZurĂŒck zum Schreiben kam sie dann durch das Internet. In einer Onlinegruppe tauschte sie sich mit anderen Hobbyautoren aus. Die Gruppenmitglieder kommentierten und verbesserten Schleichs hochgeladene Texte, was fĂŒr sie und ihre Schreibe „wieder Schwung in die ganze Sache“ brachte. Aus dieser Motivation entstand 2012 dann ihr Buch „Gummitwist in Schalke-Nord“.

Im aktuellen Buch gibt es in der zweiten HĂ€lfte einen Schnitt und der Fokus wird auf das Aufwachsen der Tochter Leni gelegt. Hinter Leni steckt die Autorin selbst, die ganz bewusst einen anderen Namen gewĂ€hlt hat: „Das ist fĂŒr mich einfacher. Es fĂ€llt dann doch leichter, meine persönlichen Empfindungen und GefĂŒhle reinzubringen“, erklĂ€rt Schleich mit einem fast schĂŒchternen LĂ€cheln. Sie ist niemand, der sich gerne in den Vordergrund stellt.

:: Ein neues Kapitel ::

Im Dezember wird Schleich in Rente gehen. Dann bleibt mehr Zeit fĂŒr ihren Mann und ihre 23-jĂ€hrige Katzen-Omi „Leni“. Große PlĂ€ne hat sie jedoch auch: Nach 1988 hat Schleich nochmal Lust auf einen Liebesroman bekommen. „Ob das was wird, weiß ich noch nicht“, gibt sie zu, „aber es soll ein Liebesroman werden, der auf Sylt spielt“. Elke Schleich ist mit Leib und Seele Autorin. Sie hofft, wĂ€hrend der Rente genĂŒgend Zeit zum Schreiben zu finden. „Es ist eine Leidenschaft. Es lĂ€sst einen dann einfach nicht mehr los.“



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Mehr Informationen und Neuigkeiten zu Elke Schleich findet ihr hier auf ihrer Homepage.

Zwei Generationen auf dem Buchdeckel: Rechts ist Elke Schleich, links ihre Mutter.