24. Mai 2016  00:00

Kommentieren

Mila und Tim vom Disput Store

Alles Begann im Keller

Streetwear, SprĂŒhdosen und Graffiti - Ein Store in Gelsenkirchen vermischt alten Siebdruck mit moderner Streetart. Dabei begann alles mit einem Hobby im Keller eines Studenten.

Von Hatice Kahraman

Mila und Tim sind beide 22 Jahre alt und studieren an der Ruhr-UniversitĂ€t-Bochum: Sie Geografie, er Sozialwissenschaften. Doch wĂ€hrend einige Studenten sich in die Sonnen legen, arbeiten Mila und Tim lieber an ihrem Arbeitsplatz im Disput Store - ein Laden fĂŒr Textilveredlung, Streetwear und Graffiti. Der Disput Store an der Kurt-Schuhmacher-Straße ist noch sehr jung: Seit Ende Februar bieten fĂŒnf Studenten Streetwear-Marken wie Subcultural und Freigeist an. Außerdem verkaufen sie als einziger Laden in Gelsenkirchen SprĂŒhdosen. Ihr HauptgeschĂ€ft ist jedoch die Textilveredelung. Kunden können so gut wie alles bedrucken und besticken lassen: Angefangen von T-Shirts bis hin zu Schuhen und Kappen.

Studenten im eigenen Betrieb

„Wir sind zwar alle Studenten, aber arbeiten dennoch sehr viel im Store“, sagt Mila. Die StundenplĂ€ne sind an den Öffnungszeiten angepasst. Vormittags besuchen die Studenten ihre Vorlesungen, nachmittags arbeiten sie im Store. Insgesamt arbeiten fĂŒnf Mitarbeiter im Disput Store - abwechselnd und passend an ihre jeweiligen StundenplĂ€ne. Der Store öffnet deswegen auch erst ab 14 Uhr.

Ein Hobby wird zum GeschÀft

Alles begann vor eineinhalb Jahren im Keller: Tim und sein Kollege bedrucken T-Shirts mit einer Siebdruckmaschine im Keller. Zuerst fĂŒr enge Freund, spĂ€ter fĂŒr Bekannte und dann erhalten sie ihre ersten AuftrĂ€ge. Die Produktion wird immer mehr - sie ziehen vom Keller nach Erle und vergrĂ¶ĂŸern sich. Als auch die nĂ€chste ProduktionsstĂ€tte zu klein wird, ziehen sie auf die Kurt-Schuhmacher-Straße und eröffnen den Disput Store.

„Eigentlich war das alles nicht so geplant“, sagt Mila. UrsprĂŒnglich wollten die jungen Studenten nur die Produktion fĂŒr den Textildruck und die Textilveredlung vergrĂ¶ĂŸern. Der vordere Bereich des Stores hatte aber eine freie LadenflĂ€che, die genutzt werden konnte. So entschieden sie sich fĂŒr den weiteren Verkauf von Streetwear und SprĂŒhdosen.

Verkauf von SprĂŒhdosen

„Uns kam die Idee fĂŒr die SprĂŒhdosen, da wir Leute aus der Graffiti-Szene kennen. Es gibt eine MarklĂŒcke, was SprĂŒhdosen betrifft. Man kann Dosen in Essen kaufen, aber der Laden macht wohl zu und ist auch zu weit weg. In Gelsenkirchen sind wir aber die einzigen. Viele unserer Freunde fanden die Idee gut“, sagt Tim.

Das Graffiti sprayen ist zwar illegal, dennoch gibt es legale Möglichkeiten - zum Beispiel an der Mauer am Kanal. „Wenn eine graue BrĂŒcke in leuchtenden Farben bemalt wird, dann ist das fĂŒr uns KreativitĂ€t. Es ein Unterschied, wenn man mutwillig eine Hauswand beschmiert oder wenn man sich kĂŒnstlerisch ausdrĂŒcken will“, sagt Tim. Er findet, dass Gelsenkirchen viel zu grau ist und ruhig ein bisschen Farbe vertrĂ€gt: So könnten zum Beispiel bunte BrĂŒckenpfeiler und StromkĂ€sten das Stadtbild verschönen. „Wir wollen nicht, dass die Leute das unter der Hand machen. Wir arbeiten zum Beispiel mit einem Graffiti KĂŒnstler zusammen und erstellen fĂŒr ihn T-Shirts“, erzĂ€hlt Mila.

Vom Siebdruck zum Digitaldruck

„Am Anfang haben wir nur mit Siebdruck gearbeitet. Mit einem Siebdruck kann man aber nicht alles realisieren. Vor allem fotoĂ€hnliche Bedrucke. Deswegen haben wir uns auf den Digitaldruck erweitert und können mittlerweile auch Fotos auf T-Shirts zum Beispiel bedrucken“, sagt Mila. Die Idee vom Disput Store war nicht von Anfang an geplant: „Irgendwann kam der Punkt, wo wir uns gedacht haben: ganz oder gar nicht. Das kleine Nebenhobby ist unser GeschĂ€ft geworden“, fĂŒgt sie hinzu. Die jungen Studenten arbeiten mittlerweile professionell und bekommen große AuftrĂ€ge, zum Beispiel vom Sportpark Gelsenkirchen.

Unkonventionell und lÀssig

Mila ist hauptsĂ€chlich die NĂ€herin des Stores. Sie kĂŒmmert sich aber auch um die Bestellungen und Rechnungen. Tim kann man als den „AusfĂŒhrenden“ bezeichnen. Er bedient die Maschinen und ist vor allem beim Siebdruck sehr geschickt. Obwohl beide noch studieren, stecken sie sehr viel Arbeit in den Store. „Deswegen will ich nicht nach meinem Studium den Store einfach beenden. Hier steckt sehr viel Energie drin“, sagt Tim. Die beiden wirken sehr locker und freundlich. Sie trĂ€gt eine Jeans und einen schlichten schwarzen Pulli. Er ein Sweatshirt und eine Kappe. Beide passen sehr gut in den Store rein, der unkonventionell und lĂ€ssig wirkt.

Individuelle Beratung

Den jungen Studenten ist vor allem der Kundenservice sehr wichtig: „Wir geben manchmal auch unsere Privatnummern raus“, sagt Tim. Die Studenten versuchen auf jeden Wunsch des Kunden einzugehen und versuchen ihr Bestes auch bei sehr kurzfristigen AuftrĂ€gen zu geben. Den Stoff anfassen, sich beraten lassen und einen ersten Druck sehen - Kunden erhalten beim Disput Store eine individuelle Beratung und persönliche NĂ€he. Ein Blick in den Store lohnt sich schon wegen der Graffitikunst an den WĂ€nden und den einzigartigen Kalligrafie-GemĂ€lden.



Bisherige Kommentare

Dieser Beitrag wurde bislang nicht kommentiert.



Artikel kommentieren

Ihr Name? (erforderlich)


Ihre E-Mail-Adresse? (erforderlich, wird nicht veröffentlicht)


Ihr Kommentar?



 
 

Hier ist es

InfoBox

Der Disput Store hat von Dienstag bis Freitag zwischen 14 und 19 Uhr geöffnet. Samstags ist der Store zwischen 11 und 15 Uhr geöffnet. Weiteres zum Disput Store auf ihrer Facebook Seite.

KreativitÀt: Kalligrafie Skizzen hÀngen mitten im Raum.

Mila ist die NĂ€herin des Stores.

Der Store bietet verschiedene SprĂŒhdosen Marken an.

Ein großes Sortiment an verschiedenen Streetwear Marken.

Tim bereitet den Siebdruck vor. Alles mit der Hand.

Jedes T-Shirt wird einzeln bedruckt. Hier steckt viel Arbeit dahinter.

Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz