09. Mai 2016  23:14

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Überwachung von Moscheen

„Moscheen sind Ruheorte“

Unionsfraktionschef Volker Kauder fordert die staatliche Überwachung von Moscheen. Auch im Ruhrgebiet wird ĂŒber das VerstĂ€ndnis von Moscheen diskutiert.

Von Hatice Kahraman

Der Staat sei gefordert die Moscheen zu kontrollieren, da der Staat ĂŒber der Religion stehe, so der CDU-Politiker.

Moscheen sind fĂŒr Muslime rituelle Orte, an denen sie gemeinsam beten, zusammen kommen, Religionsunterricht anbieten oder auch jeden Freitag eine Freitags-Predigt anhören können. Insgesamt gibt es etwa 2500 islamische Einrichtungen in Deutschland. Nicht jede Moschee ist sofort sichtbar, oft handelt es sich auch um Hinterhofmoscheen.

Moscheen als Ruheort

kurzKommentiert

Kauders Forderung bietet Stoff fĂŒr rechtsextreme und „besorgte BĂŒrger“. Dabei können viele Moscheen ein Paradebeispiel fĂŒr gelungene Integration sein. Einige Moscheen bieten neben Freitags-Predigten auch MoscheefĂŒhrungen an oder beinhalten Bibliotheken. Neben NĂ€hkursen fĂŒr Frauen, gemeinsame Ramadan-Feste oder rituelle Gebete, kooperieren Moscheen oft mit Kirchen oder Behörden.

Der Islamkundelehrer, Mustafa TĂŒtĂŒneken, ist im Vorstand des DITIB Regionalverbands Essen und in der Moscheegemeinde aktiv. Er findet, dass die Moscheen nicht ĂŒberwacht werden sollten, wenn es keine konkrete Gefahr oder Beschwerde gibt: „Diese StĂ€tte sind letztendlich Ruheorte. Man braucht dort eine gewisse Ruhe zum Abschalten fĂŒr die Konzentration im Gebet.“

„GefĂ€hrliche Prediger können vorsichtiger werden“

TĂŒtĂŒneken hat in Ankara Islamische Theologie studiert und in Bonn Religions- und Islamwissenschaften. Beobachtungen auf alle Moscheen sei eine Pauschalisierung und das hindere gut integrierte Moscheen daran, mit Kirchen, Schulen oder Behörden zu kooperieren, sagt er. Außerdem könne die Forderung Kauders zu Misstrauen fĂŒhren und alle Moscheen unter Generalverdacht stellen. „Die Ruhe wird zerstört. Aber auch tatsĂ€chlich gefĂ€hrliche Prediger können vorsichtiger werden und sich dadurch besser verstecken“, sagt er.

Rund 90 Moscheen werden ĂŒberwacht

Kauders Forderung hingegen ist nicht neu. Nach Angaben des Bundesamtes fĂŒr Verfassungsschutz werden in Deutschland rund 90 Moscheen ĂŒberwacht. Um unter geheimdienstlicher Beobachtung zu stehen, muss ein Iman keine Radikalisierung oder Terror predigen. Auslöser fĂŒr eine Überwachung kann zum Beispiel sein, wenn Gemeindemitglieder nach Syrien ausreisen oder sich im Internet auffĂ€llig Hassprediger anhören.

Verantwortung fĂŒr Terror und Extremismus

Deswegen fordert Kauder, dass Moscheen Verantwortung ĂŒbernehmen mĂŒssen, um Terror und Extremismus entgegenzuwirken: „So wie wir als Deutsche eine Verantwortung dafĂŒr tragen, dass es nie wieder zu Faschismus kommt, so wie wir neonazistischen Tendenzen entgegentreten mĂŒssen, so sind die Muslime in der Pflicht, Radikalisierungen und Terror entschieden entgegenzutreten.“

„FahrlĂ€ssig zugelassene Masseneinwanderung“

Gegenwind gibt es von der rechtsextremen und verfassungsfeindlichen BĂŒrgerbewegung pro NRW. Auf Buerpott Anfrage erklĂ€rt Thorsten CrĂ€mer, LandesgeschĂ€ftsfĂŒhrer, dass vor allem die Regierungsparteien Verantwortung tragen: „Ohne die von denselben betriebene, beförderte oder auch nur fahrlĂ€ssig zugelassene Masseneinwanderung aus LĂ€ndern des islamischen Kulturkreises gĂ€be es in Deutschland weder das Problem des Islams und seiner stetig dreister werdenden Forderungen an die deutsche Gesellschaft, noch die Möglichkeit, hier "staatsgefĂ€hrdend" oder gar terroristisch tĂ€tig zu werden.“.

CrĂ€mer glaubt, dass eine „dauernde Sicherheit“ nur dadurch erreicht werden könne, wenn es zu „einer grundlegenden Korrektur der verhĂ€ngnisvollen Einwanderungspolitik kommt.“

Paradebeispiel fĂŒr gelungene Integration

Dennoch ist die Religionsfreiheit durch das Grundgesetz gesichert. Somit gehören Moscheen zur religiösen Vielfalt und sind fĂŒr viele Muslime ein wichtiger Ruheort.



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In Deutschland gibt es rund 2500 islamische Einrichtungen. Laut der Deutschen Islam Konferenz sind davon etwa 2000 Einrichtungen Moscheen. Pro Moschee ist etwa ein Imam zustĂ€ndig. Genaue Zahlen zu Moscheen gibt es nicht, da kein Amt Buch fĂŒhrt. Moscheen stehen oft in Gewerbegebieten oder Vororten, da dort die GrundstĂŒcke billiger als in der Innenstadt sind.