06. Januar 2016  23:06

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Gelsenkirchener Bier

GEbräu – Bier von hier

„Lass unser eigenes Bier machen“. Diese fünf Worte sagt wohl jeder Mann irgendwann einmal in seinem Leben und Frauen gelegentlich auch - Aber Gelsenkirchener Olivier Kruschinski hat diese Idee mit viel Liebe zur Heimat in die Tat umgesetzt mit seinen zwei Freunden Anja Michels und Volker Uthe .

Von Anna-Lisa Neuhoff

Es ist etwa Anderthalb Jahre her, als sich folgendes zutrug: Drei Gelsenkirchener saßen gemütlich beisammen. Es war nicht mehr ganz so früh. Das ein oder andere Bier war bereits verköstigt. Dabei kam dann die Frage auf: „Warum haben wir eigentlich in Gelsenkirchen kein eigenes Bier mehr?“ Olivier Kruschinski erinnert sich noch, dass es im ersten Moment mehr eine Schnapsidee war. Aber er und seine zwei Freunde sind eben Macher, wie er selbstbewusst sagt. Gesagt, getan: Gelsenkirchener können nun „GEbräu“ oder auch „GEsöff“ trinken.

:: Die Umsetzung ::

Wie wurde aber nun aus einem Plan Wirklichkeit? Der erste Schritt sah so aus, dass ein Alleinstellungsmerkmal gefunden werden musste. „Wenn der 7000ste ein ganz normales Pils macht, was du geschmacklich schon gar nicht mehr vom nächsten unterscheiden kannst“ , so Olivier Kruschinski „dann ging halt die Idee hin zu diesem Kellerfrischen.“ Pils ist keine Marktlücke, also sollte es Zwickel sein, oder auch Kellerbier genannt.

Für diejenigen ohne Ausbildung zum Braumeister: Das beudetet, das Bier ist ungefiltert, auch „naturtrüb“ genannt. Anders als Pils. Das mache es aber auch weniger lange haltbar , erklärt er gekonnt weiter, „es sind sehr viele Nährstoffe enthalten und man muss es erheblich schneller trinken“. Für die Liebhaber von dunklerem Bier gibt es neben dem „GEbräu“ noch das „GEsöff“, welches mit Malz angereichert ist.

:: Lokalpatriotismus zum Trinken ::

Für die meisten klingt es eher wie ein Traum. Gesagt ist sowas schnell, aber umsetzen tun es nur die Wenigsten. Vor allem dann nicht, wenn sie dabei nichtmal etwas verdienen. Aber Oli4, wie er in Gelsenkirchen eher bekannt ist, und sein Freunde machten halt einfach. Mit ihrem eigenen Geld als Startkapital haben sie angenfangen, nur mit Fassbier, später kamen dann auch die bauchigen Flaschen mit dem typischen „Plopp“-Bügelverschluss dazu. Auch ganze Kästen gibt es inzwischen zu kaufen.

Alles was sie verdienen, wird sofort wieder in das Bier gesteckt. Gefördert werden soll damit das Lokale, das Heimatgefühl. Zur Zeit wird „GEbräu“ noch im niedersächsischen Holzminden im Weserbergland gebraut, da es in Gelsenkirchen selbst keinen einzigen Sudkessel gibt. Mal ganz abgesehen von dem Preis eines solchen: Um die 10000 Euro. Olivier Kruschinski, Anja Michels und Volker Uthe müssen also immer wieder nach Niedersachsen fahren, wenn der Vorrat mal wieder zur Neige geht.

:: Wo ihr es ĂĽberall bekommt ::

Momentan gibt es „GEbräu“ hauptsächlich im Gelsenkirchener Süden. Zum Beispiel in der Unverwechselbar oder Bang Bang Burgers, über die Buerpott hier erst kürzlich berichtet. Der Norden solle im nächsten Jahr folgen, erzählt Kruschinski. Das Zielpublikum ist identisch. „Junge Leute, die sich auch eben wieder zu ihrer Heimat bekennen und sich nicht dessen schämen“, beschreibt Kruschinski ihr Publikum und auch seine eigene Einstellung, dass Gelsenkirchen durchaus eine coole Stadt ist.

Ganze Kästen kann der interessierte Gelsenkirchener wahlweise im Quatiersbüro auf der Schalker Meile bekommen oder auch im Trinkgut in Rotthausen. Der Preis: 15 Euro zuzüglich Pfand. Natürlich dürfen auch Nicht-Gelsenkirchener probieren.

:: Wie geht es weiter ::

Die Umbenennung der „Veltins-Arena“ in „Gebräu-Kampfbahn“, Weltherrschaft und selbstverständlich auch der Weltfrieden. Neben diesen bescheidenen Zielen, ist ihr Wunsch ganz einfach: Wieder eigenes Bier von dem gesagt werden kann „Made in Gelsenkirchen“. Dafür fehlt bis jetzt noch ein passender Investor, sagt Olivier Kruschinski: „Und das ist ja nicht nur der Sudkessel. Du brauchst auch einen Braumeister, denn ich hab genauso viel Ahnung vom Bierbrauen wie du auch.“ Er lacht und es scheint als habe er die Geschichte nun schon ein paar mal öfter erzählt. Das Interesse ist groß, nicht nur von den Medien.

Bei den Gelsenkirchenern scheint „GEbräu“ gut anzukommen. Nach der Berichterstattung durch Lokalpresse musste Trinkgut recht schnell melden, dass Nachschub gebraucht wird. Olivier Kruschinski wünscht sich, dass die Menschen sich dann auch für Feiern und dergleichen mal einen Kasten holen. Noch weiter gesponnen, sagt er lächelnd: „Wenn demnächst der Oberbürgermeister Frank Baranowski den Oberbürgermeister aus Berlin empfängt und drückt ihm eine schöne Flasche GEsöff in die Hand und sagt: 'Das ist unser Bier aus Gelsen'. Dann haben wir es geschafft.“



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„GEbräu“ oder „GEsöff“ im Quartiersbüro der Schalker Meile kaufen? Wo ihr das findet, seht ihr auf der Karte oben auch nochmal:

Kurt-Schumacher-StraĂźe 133

Geöffnet hat es immer dienstags und freitags, selbstverständlich von 15.04 Uhr bis 19.04 Uhr und an allen Heimspieltagen des Schalke 04.

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Der Vorrat im QuatiersbĂĽro an der Schalker Meile

Die kultigen Flaschen mit dem "Plopp"

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