20. April 2015  00:00

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Rock im Revier

Festivalstimmung auf Schalke

Die Schalker Arena ist als Festival-Location durchaus mit dem NĂĽrburgring vergleichbar.

Von Lara Teschers

Es war einmal ein Musikliebhaber Jörg. Jörg liebte es, jedes Jahr Anfang Juni zum Nürburgring zu fahren. Dort verbrachte er ein paar schöne Tage mit Freunden, zeltete und schaute sich viele Konzerte an. Dieses Wochenende in der Eifel gehörte für ihn zum Jahr dazu wie Weihnachten.

:: Festivalveranstalter verdienen kaum Geld ::

Dann aber passierte das Unglaubliche: Nach 29 Jahren „Rock am Ring“ verkrachte sich der Veranstalter mit dem Betreiber des Nürburgrings. Es ging um Geld. Viel Geld. So viel Geld, wie der Betreiber nun verlangte, konnte der Veranstalter nicht aufbringen. Wie auch? Ein Ticket für das Festival kostete schließlich schlappe 190 Euro. Fürs Duschen und den Toilettengang bezahlten die Gäste auch nur 2,50 bzw. 0,50 Euro. Bei den ganzen Ausgaben blieb am Ende natürlich kaum noch etwas über und der Veranstalter verdiente kaum noch etwas an seinem Festival. Deshalb verkündete er, das Jubiläumsfestival zum 30-Jährigen würde woanders stattfinden.

:: Ein Konkurrenzfestival: Die Rettung ::

Jörg war entsetzt. Woanders? Das geht ja gar nicht. Was sollte er nur tun? Er wollte unbedingt weiterhin jedes Jahr seine Freunde auf dem Zeltplatz treffen und sich auf der Rennstrecke Musik anhören. An einem anderen Ort war das für ihn einfach undenkbar. Doch da nahte auch schon die Rettung: „Der Ring – Grüne Hölle Rock“ versprach, wieder Rockmusik zum Nürburgring zu bringen. Am ersten Juniwochenende. Jörg war glücklich. Aber schon bald wurde der Termin verlegt. Denn der alte Wettbewerber „Rock am Ring“ zog nur einige Kilometer weiter, in die Vulkaneifel. Zwei große Festivals gleichzeitig in der Eifel – das wäre nicht gut gegangen. „Okay, auch egal, dann besuche ich den Ring dieses Mal eben schon im Mai“, dachte sich Jörg und kaufte ein Ticket.

:: Schalke vs. NĂĽrburgring ::

Die Wochen vergingen, die Festivalsaison rückte näher. Jörgs Vorfreude wuchs. Dann machte der Veranstalter von „Grüne Hölle“ eine Ankündigung: Das Festival werde nochmals verlegt. Dieses Mal aber nicht zeitlich, sondern örtlich. In die Veltins Arena im Ruhrgebiet. Ruhrgebiet? Das ist zwar 190 Kilometer vom Nürburgring entfernt, aber die Fahrt nimmt Jörg gerne auf sich. Dass er jetzt doch nicht an seinem geliebten Ring zelten kann, stört ihn überhaupt nicht. Denn neben der Arena gibt es schließlich auch super Zeltmöglichkeiten. Und außerdem sieht er so mal was anderes. Was ist schon die Eifel gegen Gelsenkirchen? Besonders freut sich Jörg darüber, dass es trotz des neuen Ortes auch drei Bühnen geben soll. Drei Bühnen in einem einzigen Stadion, mit verschlossenem Dach? „Das wird bestimmt eine tolle Stimmung, so wie die letzten Jahre am Ring“, denkt er sich. Uns so wird er glücklich und zufrieden bis ans Ende seiner Festival-Tage zu „Rock im Revier“ fahren.



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"Rock am Ring" findet dieses Jahr zum ersten Mal seit 30 Jahren nicht am NĂĽrburgring, sondern in Mendig statt. Das Festival ist bereits ausverkauft. Hier geht es zur offiziellen Rock-am-Ring-Homepage.

Aus "Der Ring - Grüne Hölle Rock" wurde "Rock im Revier". Aufgrund weniger Kartenverkäufe und finanzieller Unstimmigkeiten mit dem neuen Nürburgring-Betreiber zog das Festival in die Veltins Arena um, wie kürzlich bekannt wurde. Im Vorfeld gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit, können aber auch umgetauscht oder zurück gegeben werden. Weitere Informationen gibt es auf der Seite von "Rock im Revier".

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