16. Mai 2013  00:41

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Des Menschen bester Freund

Bello geht in die Hundetagesstätte

Morgens werden sie hingebracht, am Nachmittag wieder abgeholt. In der Zwischenzeit werden sie verpflegt und haben Zeit, mit ihren Freunden zu spielen. Nebenbei lernen sie etwas – und das alles auf vier Pfoten. Die Vierbeiner besuchen nämlich eine Hundetagesstätte.

Von Karin Reimer

Es ist kurz vor neun Uhr morgens, die letzten Frauchen und Herrchen bringen ihre Lieblinge vorbei. Danach geht es zur Arbeit oder sogar vielleicht in den Urlaub. Merlin, ein Berner Sennenhund, ist erst zum dritten Mal hier. Jedoch nicht, weil Herrchen zu wenig Zeit für ihn hätte: „Er hatte bisher nur sehr wenig Kontakt zu anderen Hunden, daher soll er nun für 14 Tage hier den Umgang mit anderen Hunden lernen“, so Besitzer Peter Siefert.

Das Hundezentrum Canidos bietet neben der Hundetagesstätte aber auch eine Hundepension, eine Hundeschule und tierpsychologische Verhaltenstherapie an – und das Konzept scheint anzukommen: „Bis zu 50 Hunde haben wir hier täglich auf unserem Hof“, erzählt Ralph Brandt, Geschäftsführer und Tierpsychologe, während er durch das alte Bauernhaus läuft. An den Wänden im Eingangsbereich hängen Postkarten aus aller Welt. „Ein Arzt ist momentan für drei Monate für „Ärzte ohne Grenzen“ in Afrika, manche Leute kommen ganz schön rum.“

:: "Jeder Hund hat einen anderen Charakter" ::

Als Brandt den „Schulhof“ vor dem Bauernhaus betritt, kommt sein Kollege Andreas Grunenberg dazu. Sie wohnen auch auf dem Hof – ein echter 24-Stunden-Job. Der Hof wird zum einen als „Schulhof“ bezeichnet, weil sich dort die Hundeschule trifft, zum anderen aber, weil hier eine „Schulhof-Atmosphäre“ ensteht: „Hier ist es wie auf dem Pausenhof. Es gibt die Beliebten, die Schüchternen, die Hübsche, die Sportlichen, die Unsportlichen“, scherzt Grunenberg. Da komme es natürlich auch schon einmal zu Raufereien. „Inwieweit man dann eingreift, hängt davon ab, wie weit es geht“, erklärt Brandt.

:: Der Beruf des Tierpflegers wird oft unterschätzt ::

Für Ralph Brandt ist es ein Traumberuf. "Natürlich muss man Hunde lieben." Und schaut er auf die vergangenen zwei Jahre zurück, so lange gibt es das Hundezentrum, sagt er stolz: "Es läuft alles nach Plan." Zweifel, dass das Konzept nicht klappe, habe es nie gegeben. "Aber der Beruf ist natürlich nicht ganz ungefährlich", ergänzt Andreas Grunenberg. Hunde seien ja schließlich auch Raubtiere. Der Job sei mehr als nur Tiere verpflegen und schmusen: "Viele junge Praktikanten unterschätzen den Beruf. Auch im November bei Regen muss man draußen arbeiten. Damit hat der Eine oder Andere dann seine Probleme."

Als Ralph Brandt von seinem Küchenfenster aus die Hunde beobachtet, betont er, dass Hunde „soziale Tiere“ seien. Einzel- oder gar Zwingerhaltung tue den Tieren nicht gut. Daher bleiben die Hunde auch meist zusammen – außer beim Essen. Da komme es dann doch häufig zu Reibereien und die Kleinen bekommen nichts ab. Indem die Hunde zusammenleben, lernen sie viel: „Oft versuchen Menschen, den Hunden zu erklären, wie sie sich denn unter Hunden zu verhalten haben. Besser lernen die Tiere jedoch von anderen Hunden“, so der Tierpsychologe. Ein Phänomen, das er oft beobachte, sei die sogenannte „Aggressionsdiffusion“: Die Aggression, die ein Hund hat, verteile sich dann so etwa auf 50 Hunde. „Zudem wollen die Hunde immer dabei sein und wollen nicht gemieden werden“.

Auch Nelson, der Hund von Anke Wicke, scheint die Hundetagesstätte zu mögen: "Es erinnert hier tatsächlich ein wenig an einen Kindergarten", sagt sie und lacht. "Nelson ist hier schon seitdem er zehn Wochen alt ist. Und wenn ich ihn nachmittags abhole, will er meist gar nicht mehr weg." Sie arbeitet im Außendienst - und ohne die Tagesbetreuung sei es nicht möglich gewesen, einen Hund zu halten: "Ich habe ein gutes Gefühl, ihn hier abzugeben."



Bisherige Kommentare

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Hold fast! hvor er den blevet kanon flot.Gid den stod hemmje i min stue.Hvis du nogen sinde skal af med den, er jeg helt klart kf8beren:=)Bor jo ikke se5 langt fra dig (Aalborg)Se5 det ville ve6re nemt at smutte forbi.Jeg tror jeg skal ud og finde se5dan en mand, som du har, han er da guld ve6rd.Knus Emma



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Wenn der Hund mitreisen soll:

- "Mit Hunden zu fliegen halte ich für Tierquälerei", so Ralph Brandt.

- Bei Fahrten ins Ausland ist es wichtig, den Impfausweis des Hundes mitzunehmen. Zudem müssen Tiere gechipt sein oder eine Tätowierung aufweisen, wenn es über Deutschland hinaus gehen soll.

- Während der Fahrt sollte es regelmäßige Pausen geben und natürlich sollte auch genug Wasser dabei sein für den Vierbeiner.

Am 1. Juni feiert das Hundezentrum in der Feldmark sein zweijähriges Bestehen. Infos gibt es hier.

"Die Hunde sind alle sehr lieb", so Andreas Grunenberg.

Ganz schön viel los: große und kleine Hunde spielen gemeinsam.

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